Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Mein Vater liegt seit drei Wochen im Krankenhaus, Lungenversagen nach einer Infektion, jetzt teilweise beatmungspflichtig. Die Ärzte und der Sozialdienst haben inzwischen angesprochen, dass eine Versorgung zuhause theoretisch möglich wäre – aber nur mit spezialisiertem Pflegedienst, Hilfsmitteln und genauer Organisation.
Wir hatten dazu auch schon ein Gespräch im Krankenhaus. Da ging es um Entlassmanagement, Krankenkasse, Verordnung, Pflegegrad und außerklinische Intensivpflege. Ich verstehe grob, dass es möglich sein kann, aber ich kann mir den Alltag damit überhaupt nicht vorstellen.
Ich wohne in Frankfurt, mein Vater auch. Die Entfernung wäre also nicht das Problem. Aber ich frage mich: Wer ist nachts da? Was passiert, wenn das Beatmungsgerät Alarm schlägt? Wie viel Verantwortung bleibt bei uns Angehörigen? Und woran erkennt man, ob ein Pflegedienst für Heimbeatmung wirklich geeignet ist?
Hat jemand sowas schon organisiert oder als Angehöriger erlebt?
Bedanke mich im Voraus für eure Antworten!
LG
Wir hatten dazu auch schon ein Gespräch im Krankenhaus. Da ging es um Entlassmanagement, Krankenkasse, Verordnung, Pflegegrad und außerklinische Intensivpflege. Ich verstehe grob, dass es möglich sein kann, aber ich kann mir den Alltag damit überhaupt nicht vorstellen.
Ich wohne in Frankfurt, mein Vater auch. Die Entfernung wäre also nicht das Problem. Aber ich frage mich: Wer ist nachts da? Was passiert, wenn das Beatmungsgerät Alarm schlägt? Wie viel Verantwortung bleibt bei uns Angehörigen? Und woran erkennt man, ob ein Pflegedienst für Heimbeatmung wirklich geeignet ist?
Hat jemand sowas schon organisiert oder als Angehöriger erlebt?
Bedanke mich im Voraus für eure Antworten!
LG
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Huhu,
das ist eine schwierige Situation, das kenne ich leider. Bei meiner Schwiegermutter war es ähnlich, nicht Beatmung, aber intensive Pflege zuhause. Der Übergang aus der Klinik war das Stressigste überhaupt. Nicht nur die Pflege selbst, sondern dieses ganze Organisieren vorher: Krankenkasse, Pflegegrad, Verordnungen, Pflegedienst suchen, Wohnung vorbereiten.... Der Sozialdienst hilft, aber als Angehörige fühlt man sich trotzdem schnell allein mit den Entscheidungen.
das ist eine schwierige Situation, das kenne ich leider. Bei meiner Schwiegermutter war es ähnlich, nicht Beatmung, aber intensive Pflege zuhause. Der Übergang aus der Klinik war das Stressigste überhaupt. Nicht nur die Pflege selbst, sondern dieses ganze Organisieren vorher: Krankenkasse, Pflegegrad, Verordnungen, Pflegedienst suchen, Wohnung vorbereiten.... Der Sozialdienst hilft, aber als Angehörige fühlt man sich trotzdem schnell allein mit den Entscheidungen.
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Baumeister
- Beiträge: 4
- Registriert: 17 Nov 2021 09:44
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Was ich weiß: bei Beatmung zuhause brauchst du auf jeden Fall keinen normalen Pflegedienst, sondern einen spezialisierten Dienst. Das läuft unter außerklinischer Intensivpflege. Nicht jeder ambulante Dienst macht das, und Heimbeatmung ist nochmal spezieller.
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Hallo,
Danke für eure Antworten! Aber genau das ist mein Problem. Genau das hat der Sozialdienst auch gesagt. Ich merke nur gerade, dass ich die Begriffe zwar höre, aber nicht einschätzen kann, was dahinter praktisch steckt.
Auf dem Papier klingt „Versorgung zuhause“ erstmal gut. Aber wenn ich an Geräte, Alarme, Pflegekräfte im Haus und Notfälle denke, bekomme ich eher Angst, dass wir uns da übernehmen.
LG
Danke für eure Antworten! Aber genau das ist mein Problem. Genau das hat der Sozialdienst auch gesagt. Ich merke nur gerade, dass ich die Begriffe zwar höre, aber nicht einschätzen kann, was dahinter praktisch steckt.
Auf dem Papier klingt „Versorgung zuhause“ erstmal gut. Aber wenn ich an Geräte, Alarme, Pflegekräfte im Haus und Notfälle denke, bekomme ich eher Angst, dass wir uns da übernehmen.
LG
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Wir hatten das vor zwei Jahren mit meinem Mann. Schlaganfall, danach mehrere Monate beatmungspflichtig. Ich kann sagen: Es kann funktionieren, aber nur mit den richtigen Leuten und klarer Organisation. Bei uns war ein Dienst 24 Stunden vor Ort, nicht nur auf Abruf. Das war für mich der entscheidende Punkt. Wenn nachts ein Alarm losgeht, muss jemand da sein, der weiß, was zu tun ist. Als Angehörige kannst du unterstützen, aber du darfst nicht das Gefühl haben, selbst die Fachkraft ersetzen zu müssen.
Emotional ist es trotzdem viel. Zuhause ist dann nicht mehr einfach nur Zuhause. Da sind Geräte, Schichten, fremde Menschen. Aber es kann trotzdem besser sein als Klinik oder Heim, wenn es gut begleitet wird.
Alles Gute!
Emotional ist es trotzdem viel. Zuhause ist dann nicht mehr einfach nur Zuhause. Da sind Geräte, Schichten, fremde Menschen. Aber es kann trotzdem besser sein als Klinik oder Heim, wenn es gut begleitet wird.
Alles Gute!
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Was Yasmin sagt, stimmt. 24/7 ist bei Beatmung kein Extra, sondern eigentlich der zentrale Punkt. Frag ganz konkret, ob wirklich dauerhaft jemand vor Ort ist oder nur Bereitschaft besteht!?!
Und lass dir vom Sozialdienst genau erklären, wer was beantragt. Da gehen sonst schnell Dinge unter.
Und lass dir vom Sozialdienst genau erklären, wer was beantragt. Da gehen sonst schnell Dinge unter.
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Wichtig ist auch, ob der Dienst echte Erfahrung mit Heimbeatmung hat. Außerklinische Intensivpflege ist spezialisiert, aber Beatmung, Trachealkanüle, Absaugen, Geräteeinweisung und Notfallsituationen sind nochmal ein eigener Bereich. Ich würde nicht nur fragen: „Machen Sie Intensivpflege?“, sondern ebenfalls: „Wie viele Patienten mit Heimbeatmung versorgen Sie aktuell?“ und „Wie ist das Team dafür geschult?“
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Danke, das hilft mir schon. Ich habe jetzt parallel zu den Unterlagen vom Krankenhaus selbst etwas recherchiert und bin auf avyta gestoßen. Die machen außerklinische Intensivpflege in Frankfurt, auch Heimbeatmung: https://www.avyta.de/leistungen/ausserk ... rt-am-main
Da steht etwas von 24-7 Versorgung, individuellem Pflegeplan und kostenloser Erstberatung. Die sind seit 2013 in Frankfurt tätig und haben schon viele Patienten betreut Ich weiß noch nicht, ob die für uns passen. Aber klingt zumindest nach genau dem Bereich um den es jetzt bei meinem Vater gehen würde, und nicht nach einem normalen Pflegedienst.
Danke euch, LG
Da steht etwas von 24-7 Versorgung, individuellem Pflegeplan und kostenloser Erstberatung. Die sind seit 2013 in Frankfurt tätig und haben schon viele Patienten betreut Ich weiß noch nicht, ob die für uns passen. Aber klingt zumindest nach genau dem Bereich um den es jetzt bei meinem Vater gehen würde, und nicht nach einem normalen Pflegedienst.
Danke euch, LG
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Dann ruf dort an oder lass den Sozialdienst Kontakt aufnehmen. Eine Erstberatung ist bei so einer Situation sinnvoll, weil du dann konkrete Fragen stellen kannst. Ich würde auf jeden Fall fragen: Wer ist nachts tatsächlich vor Ort? Wie läuft die Überleitung aus dem Krankenhaus? Wer stimmt sich mit den Ärzten, Krankenkasse und Sozialdienst ab? Wie viele Pflegekräfte wären im Einsatz? Gibt es feste Bezugspersonen? Was müssen Angehörige selbst können/ übernehmen – und was nicht?
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Baumeister
- Beiträge: 4
- Registriert: 17 Nov 2021 09:44
Re: Vater beatmungspflichtig – kann das wirklich zuhause funktionieren?
Genau. Wir hier im Forum können dir Erfahrungswerte geben, aber die konkreten Abläufe müssen dir Krankenhaus, Sozialdienst und Pflegedienst erklären. Wichtig ist, dass du nicht nur hörst „das geht“, sondern verstehst, wie es praktisch abgesichert wird.